Schlechtes Wetter, Wirtschaftskrise,

auf dem Konto Dauermiese
Spätherbstliche Depressionen,
Assis, die bei einem wohnen:
An Gründen mangelt es mit nichten,
den Anker seiner selbst zu lichten,
aufs Weiterleben zu verzichten,
sich entschlossen hinzurichten.
Um schick und sicher abzutreten
hat man die BfA gebeten
Mittel und Wege zu beschreiben
sich das Leben auszutreiben.
Drum Selbstmörder gebt nun fein acht,
So wird der Suizid gemacht:

Freitod mit Raffinement
ist’s Schmeißen vor den Bahn-Wagon
Doch werft euch nicht gleich vor die Lock,
denkt an des Fahrers schlimmen Schock!
Nein, zwischen den Wagen ist es recht,
von oben reinspring’ wär nicht schlecht.
Hüpft bestenfalls von einer Brücke,
dann haut es euch bestimmt in Stücke.

Das Hängen führt meist auch zum Tode,
doch ist es etwas aus der Mode;
Zu unsicher ist das Ersticken
an leihenhaft geknüpften Stricken
außerdem: Strangulation
ist unbequem – wer will das schon,
sich vor dem Tod noch lange quälen:
Erhängen ist nicht zu empfehlen.

Fürs exklusive Selbst-Ableben
sollt’ man sich in die Luft begeben.
Wie immer springt man aus dem Jet
nur öffnet man den Fallschirm net.
Ist der Landeplatz schön fest,
macht Mutter Schwerkraft dann den Rest.
dann stirbt man wie Herr Möllemann,
doch teuer ist’s: Wer hat, der kann.

Wer filmreif zu sterben pflegt
dem sei ein Kopfschuss nah’gelegt
Ob in den Mund, ob in die Stirn
Hauptsache ist man trifft das Hirn
So nimmt man Gottes letzte Hürde
modern mit Anstand und mit Würde
der selbstgeschossene Garaus
ist sicher und gibt viel Applaus

Bei Terroristen weiß man schon:
Sehr gut geht’s auch per Explosion.
Politisch mit Märtyrer-Touch
sprengt man sich öffentlich zu Matsch
Was leicht die Lust darauf verdirbt
ist, dass man nicht alleine stirbt.
Was soll’s dann müssen And’re eben
Für deinen Tod ihr Leben geben

Ich hoff’ die Tips sind zu gebrauchen
um sich das Leben auszuhauchen.
Und wer nicht sterben will durch Hängen,
durch Bahn-Wagons oder durch sprengen,
durch freien Fall oder Erschießen
soll seine Existenz genießen.
Ein scheiß Leben muss nicht verheißen
auf eig’ne Faust ins Graß zu beißen
Denn es lohnt, sei’s noch so grau,
allein schon für den HSV.

(im November ’09)