Bierfreunde Alstertal

KEIN APPLAUS FÜR SCHEIßE. SEIT 2007.

15

Feb 11

BfA-Hitsingle zum Derby


Die Bierfreunde Alstertal hegen eine lange Tradition der lyrischen Betätigung. Klar, dass vor dem wichtigsten Heimspiel des Jahres ein neuer Song veröffentlicht wird – erstmals audiovisuell statt nur in Text. Lehnen Sie sich zurück, genießen Sie den Sound und freuen Sie sich auf das Spiel der Spiele!

15

Feb 11

Veh verspricht Derby-Routine

von Christian Moosbacher

Es gibt ja nicht viele Erfolge, die man als HSV-Fan gewohnt ist. Einer der wenigen ist allerdings der verlässliche Heimsieg gegen Stadtrivalen St. Pauli – sofern der sich alle paar Schaltjahre in die Bundesliga verirrt. In der Hinrunde gabs ein mageres 1:1 – das soll nicht nochmal vorkommen, versprach HSV-Trainer Armin Veh auf einer Pressekonferenz am Dienstag.

Trainer Armin Veh wird wahrscheinlich noch diesen Sommer deutscher Meister mit dem HSV

Der gutgelaunte Trainer verkackeierte den ein oder anderen Journalisten und kündigte an, das Spiel zu gewinnen. Fast alle Spieler seien fit, es werde kaum Veränderungen zur Startaufstellung in Wolfsburg geben.

Zwei Positionen stehen laut Veh noch auf der Kippe – welche wollte er nicht sagen. Wahrscheinlich ist, dass der rechte Flügel, auf dem Änis nicht so richtig überzeugen konnte, überdacht wird. Immerhin sitzen mit Eljero Elia und Jonathan Pitroipa zwei Hochkaräter auf der Bank, die sich die Finger nach dieser Position lecken.

Piet steht nicht nur bei den Bierfreunden hoch in Kurs und Ansehen. Der Burkinafase häkelt sich wie kaum ein zweiter durch feindliches Gebein, „Pieti war unser bester Mann in der Hinrunde“ stellt Veh zurecht fest. Seine Leistungskurve habe zuletzt zwar eine kleine Delle erlitten, sagt der Coach. „Jim Knopf“ könne aber auf einen Einsatz von Beginn an hoffen.

Der zweite Bankdrücker Elia hatte unter der Woche lautstark nach einem Stammplatz verlangt. Zurecht, finden die Bierfreunde, möglich, wenn er seine Leistung, findet der Trainer. Er nahm die Initiative des Niederländers, bei der andere Trainer ja ausrasten, gelassen hin, freute sich über die Ambitionen der Mittelfeldlers, forderte allerdings auch bessere Leistungen ein. In der Tat waren die Auftritte in Rothosen von Elia selten so stark, wie in seinem allerersten Spiel. Die Anlagen des Holländers sind allerdings Grund genug, ihm mal wieder eine Chance in der Startelf zu geben.

Festzustehen scheint dagegen der Einsatz von Joris. Der Abwehrchef hatte sich in Wolfsburg nach einer guten Stunde auswechseln lassen – immerhin war es sein erstes Bundesligaspiel seit Monaten. „Wenn Joris fit ist, ist er natürlich gesetzt. Man braucht ja eine Achse“ sagte Veh. Es ginge ihm schon besser als am Sonntag und er gehe davon aus, dass der holländische Nationalverteidiger spielen könne.

Die Rivalität zum Strichclub kommentierte AV recht zurückhaltend. Natürlich sei es ein Spiel besonderer Brisanz, daher werde seine Mannschaft auch alles geben. Im stillen wird sich der Trainer jedoch gedacht haben, dass Pauli eh ein scheiß Zweitligaverein ist, der überhaupt nicht dazu im Stande wäre den HSV zu besiegen.

Der Trainer plant zwar immernoch einen gemeinsamen Spaziergang mit Pauli-Coach Stanislawski, von dem er viel zu halten scheint. Eine gemeinsame Pressekonferenz sei allerdings „zu viel des Guten. Wir verstehen uns zwar gut, aber besiegen werden wir ihn trotzdem. Immerhin sind wir Rivalen“.

Den Spielraub rechtfertigte Veh mit den angeblichen Wassermassen auf dem Geläuf. Der alte Rasen hätte dieser Sturzflut auch nicht standgehalten, log Veh, außerdem sei man froh, auf neuem Rasen seine technische Überlegenheit formulieren zu können.

Regen wird morgen wohl kaum ein Problem darstellen, allerdings war das Stadionmanagement am morgen in helle Aufregung geraten als es feststellte, dass ein Zentimeter Schnee gefallen war. Ob die Verantwortlichen aus Stadt und Verein diese Naturkatastrophe von Wintereinbruch bis morgen bewältigen weiß einzig Allah. Die Bierfreunde hoffen es und tauen das Stadion notfalls persönlich ab. Denn sie sind heiß.

BfA-Prognose für die Startaufstellung

Rost

Demel – Westermann – Mathijsen (Kacar) – Aogo

Jarolim – Zé

Pitroipa (Hatira) – Jansen (Elia)

Petric – van Nistelrooy

15

Feb 11

Tresenthesen über Tim II

Tim Wiese verbringt die Zeit seiner Rotsperre in Algerien um friedliche Demonstranten zu treten.

14

Feb 11

Alles Gute zum Valentinstag!

14

Feb 11

Dortmund hat die Windeln voll

von Hildegard Nguyen

Ma was anderes: Bremen verliert nicht, Schalke gewinnt sogar und Dortmund setzt zum Köpfer von der Tabellenspitze an. Die Bierfreunde zum 22. Spieltag.

Schalke-Freiburg 1:0

Felix Magath hat die Matrix durch seinen Beitritt bei Facebook milde gestimmt. Ein Popup guten Karmas bescherte Schalke folglich den ersten Heimsieg seit Jahresfrist. Den Breisgauern aus Freiburg war des Wurscht – nach zuletzt sechs Spielen ohne Niederlage steht der Exclub von Richi Golz fabelhaft da. BfA-Saisonprognose: Schalke 13.-17. Sport Club 7.-10.

Köln-Mainz 4:2

Also ob Köln oder Mainz gewinnt is nu wirklich scheißegal. BfA-Saisonprognose: Köln 13.-17. Mainz 8.-11.

Stuttgart-Nürnberg 1:4

Bruno Labbadia bleibt seiner Linie treu und verzapft offenbar auch mit Stuttgart eine mieserable Rückrunde. Blöd für die Schwaben, dass für eine sensationelle Hinserie wie bei Bayer und dem HSV keine Zeit bleibt. 1:4 ist nie ein schönes Ergebnis, doch gegen (bei aller Liebe…) Nürnberg mit 1:4 zu verlieren ist nun wirklich eine Erfahrung, die eigentlich Zweitligisten vorbehalten sein sollte. Immerhin leiht man ja Spieler wie Julian Schieber an Clubs wie den FCN aus, weil man beide für unterlegen und und ihr Handeln für folgenarm hält – genau wie man halt Günther Oettinger zum Umweltkommissar der EU macht oder ein Opelwerk in Ostdeutschland baut.

Schaffe', schaffe', Bahnhöfle versenke' - Der Fußballsport kommt beim Wutbürger der Liga zu kurz.

Julian Schieber hat am Samstag allerdings weder eine englische Pressekonferenz gegeben, noch hat er hässliche Modelle auf den Markt gebracht. Er hat ein Tor geschossen und eins vorbereitet. Schön für dem Club, ehrlichen Glückwunsch! Bitter ist das für den VfB. Die Bierfreunde sind in der Bewertungskonferenz zum Spieltag darin übereingekommen, dass ein Abstieg Stuttgarts abzulehnen ist. Auf Basis von Erfahrungen aus den 90er Jahren (Klinsi, das magische Dreieck usw. usf.) und der Veh-Ära zeichnet die Erinnerung des erweiterten Präsidiums ein Bild vorsichtiger freundschaftlicher Schraffur, versiegelt durch den Klarlack der kulturellen Verbundenheit zwischen HH-City und Benztown (ASD/Stuttgarter Weinfest auf dem Rathausmarkt etc.).

Der OFC bietet dem VfB daher eine vorbehaltliche Bierfreundschaft an und richtet gute Grüße aus. Schließend sei noch der Hinweis auf die sich aufdringende Verknüpfung des unterirdischen Autritts des VfBs mit Stuttgart 21 erlaubt, die Sie, liebe Leser, bitte als Hausaufgabe in einem käcken Schlagsatz artikulieren oder sie in einer von 350 Tageszeitungen, die diesem verlockend tagesaktuellen Gleichnis ebenfalls erlegen sind, abschreiben. BfA-Saisonprognose: VfB 12.-16. FCN 8.-11.

Pauli-Gladbach 4:0

Nach dem 3:0 gegen Köln schickt Pauli also auch Gladbach mit drei Dingern nachhause. Tjaja, Gladbach und Köln, da fühlt sich Pauli wohl. Schade für die Braunen, dass es nächste Woche nicht heim gegen Eintracht Braunschweig geht, sondern auswärts gegen den HSV… Trotzdem darf man in der Hafenstraße zufrieden sein, die Vorbereitung auf die zweite Liga läuft prächtig. Den Hang zur Zweitklassigkeit zeigte Pauli unter der Woche, als man sich am Heiligen Geist dem Vorwurf der wiederholten Ergebnismanipulation ausgesetzt sah.

Allein die Tatsache, dass Paulispiele ins Visier der Ermittler geraten zeigt, wo der Verein hingehört. Kein Mensch verschiebt Spiele von Mannschaften, deren Ergebnisse der Welt und den Fans etwas bedeuten. Da bleibt dann fast nur Pauli. Auf eine niedliche Art und Weise erstligauntauglich war außerdem die Moral des Trainers, der sich in einer tränenrührenden Proklamation für seine Spieler verbirgte. Neben der offenbar mieserablen Pressearbeit erlaubte sich der Pressemann auch noch einen Witz, den die Bierfreunde im guten Mittelfeld der zweiten Liga ansiedeln würden. Den können wir leider nicht wiederholen, weil wir uns in diesen Gefilden nicht auskennen.

Doch heben wir uns den Hass für Mittwoch auf: De tout facon müssen die Bierfreunde eine Lanze für die kleinen Braunen brechen. “Stani” ist ein guter Mann – kein guter Trainer oder irgendwas sonst mit Fußball – aber n Guter isser schon. Er ist vereinsgebunden, bodenständig und in der Verbrüderung mit seinen Spielern auf eine hanseatische Art und Weise viel erträglicher und nicht halb so heuchlerisch wie etwa Klopp. Die Bierfreunde glauben nicht, dass Pauli Spiele gefälscht hat. Abgesehen davon, dass eine Wette auf eine Pauli-Niederlage niemals besonders lukrativ sein dürfte, kann man gar nicht schlechter spielen, als es Pauli ohnehin tut. Wer tief fallen will, muss erstmal hoch fliegen. BfA-Saisonprognose: Pauli 14.-17. Gladbach 14.-18.

Bayern-Hoffenheim 4:0

Premium Entertainment boten die Bayern gegen die in Vergessenheit geratenden Hoffenheimer. Nach langer Pause sah man endlich wieder Franck Ribery und Arjen Robben miteinander spielen. Es ist ein wahrer Segen, dass dieses Duo zusammenspielt und das auch noch in der Bundesliga. Die Bayern gaben einen erfrischenden Einblick in die verstaubte Schatztruhe ihres technischen Vermögens. Ein Banause, wer da nicht ins Schwärmen gerät. Die Leistung gegen die TSG ist ein Muster des fußballerischen Potenzial, das in diesem Scheißverein steckt (Seminardeutsch: Ihm inhärrent ist).

Die vier Tore waren – um es mit Marcel Reif zu sagen – symptomatisch. Gomez lässt sich ein drittes Gelenk ins Beinwachsen bevor er sich zum 1:0 verrenkt, Müller bereitet sein eigenes Tor halb sitzend selbst vor und Arjen Robben macht sie einfach alle nass. Niemand verkörpert diesen FCB besser als der Trainer: Ein Arschloch sondergleichen, dem man im Stillen allerdings Respekt zollen muss. Hoffenheim macht den siebten Platz für uns frei und gehört nach wie vor eh nicht in die Bundesliga. BfA-Saisonprognose: Bayern 2.-3. Hoffenheim 10.-13.

Lautern-Dortmund 1:1

Ach sind die toll diese Dortmunder. Die sind ja alle so jung – hurra. So der Tenor der Berichterstattung zum BVB. Natürlich ist die Bilanz der Borussen beeindruckend. Der kritische Fan sollte allerdings nicht übersehen, was hinter dem Hype um die halbstarken Möchtegernmeister steckt: Die Spieler haben keine Ahnung vom Leben.

Hochgezogen in artifiziellen Fußballinternaten schnitt man sie bereits vor der Pubertät von der Gesellschaft ab um sie für den kommerziellen Massensport profitabel zu machen. So kommt es, dass Hummels, Großkreutz und Konsorten bereits die Wappen von Bundesligaclubs trugen, bevor sie in den Stimmbruch kamen. Kein Wunder also, dass so arrogante Bonzen wie Mario Götze dabei rauskommen, die in jedem Interview so tun als hätten sie den Fußball erfunden und bei Spielen zwischen Oktober und März einen Schal (EINEN SCHAL!) tragen. Kein Wunder ist es auch, dass die Burschen sofort einknicken und zu Mama Klopp laufen, sobald es mal nicht mehr rund läuft.

Trägt die Brille nur, um seine Augen an der Flucht aus diesem Dummkopf zu hindern: Jürgen Klopp

Klopp gefällt sich ja seit Jahren in seiner Rolle als bester Freund / Papa der Spieler und alle finden das total klasse. Klopp ist allerdings nicht der Typ Vater, der einen mit der Weisheit seines Alters auf das Leben vorbereitet, einem Disziplin, Selbstkritik und Bescheidenheit lehrt. Klopp ist der Typ Vater, der beim Lehrer anruft wenn ihm die Note nicht passt und seinen Sohn “Kumpel” nennt um seine Kinder unwissentlich zu abhängigen Weichlingen zu erziehen.

So auch beim BVB. Die haben zwar fast alles gewonnen. Aber in Drucksituationen sind sie dumm und schwach wie Kinder. Die Bundesliga haben sie bisweilen dominiert. Doch was war das für eine Liga? Eine Liga, in der Freiburg, Hannover und Mainz sich auf den internationalen Plätzen tummeln wars. Eine Liga, in der die großen Teams fast kollektiv versagt haben. Und außerhalb der Liga? Wie wirkte sich die Einwechslung der Dortmunder noch gleich auf das Spiel gegen Italien aus? Wo steht der BVB im DFB-Pokal und wie weit ist er in der Europa-League? Draußen ist er. Weil er unreif ist.

Das zeigt sich dieser Tage mehr denn je: Gewinnt der BVB ein Spiel, spulen alle Beteiligten ihre Standartphrasen ab. Doch läuft nicht alles nach ihrem Gusto offenbaren die Dortmunder das hässliche Gesicht eines börsennotierten Scheißvereins. Trainer und Spieler überbieten sich in Respektlosigkeit. Da stellt sich ein Matz Hummels hin und tut den Ausgleich der Lauterer als Sonntagsschuss ab, tut so, als hätten sich die Götter gegen den BVB verschworen. Sonntagsschuss ist auch so ein Unwort. Was soll das heißen? Das der Ball nur so geil rein ging, weil er so geil getroffen wurde? Darf man dann nur noch zufällige Stolpertore á la BVB geil finden? Oder kann man es einem abstiegsbedrohten Traditionsverein nicht einfach mal gönnen, dass sie den fußballerischen Höhepunkt des Spiel gesetzt haben?

Klopp geht im Interview noch weiter, widerspricht Stefan Effenberg und pöbelt auch noch gegen den Schiri. Und der Rasen (der in Dortmund, wie wir seit dem Italien-Spiel wissen stets in formidablem Zustand ist…) sei ja auch eine Zumutung gewesen. Wuäääh wuähhhhh – heul heul. Jürgen Klopp hat dem deutschen Fußball mindestens soviele Aussetzer zugemutet wie dem Privatfernsehen Werbespots. Er ist so kompetent wie Großkreutz schlau ist und so professionell wie die Bierfreunde enthaltsam. Der Zorn der katholischen Kirche soll mich mit voller Wucht treffen, wenn der Typ nochmal ne liebenswürdige Mannschaft trainiert.

Mit dem ebenso späten wie wunderschönen Tor der Lauterer gegen Dortmund ließen die Borussen bereits zum dritten Mal in der Rückrunde Punkte liegen – mit neun Punkten im laufenden Kalenderjahr stehen sie gerade mal auf Rang vier (und werden am Mittwoch noch vom HSV überholt, der mit dem Sieg gegen Pauli die Rückrundentabellenspitze mit 12 Punkten stürmen wird). Zehn Punkte haben die Dortmunder Bubis noch auf Leverkusen – in zwölf Spielen alles andere als uneinholbar.

Fritz Walter würde sich im Grab umdrehen, wenn er diese Götzes mit Schal über den Rasen tänzeln und sich über eine Matschfütze im Rasen beschweren sähe. Er stiege wahrscheinlich aus der Hölle herauf auf den Platz und würde die Dortmunder vor betäubender Atmosphäre niederkämpfen. So wie seine Nachfolger am Samstagabend. Lautern darf sich über einen verdienten Punkt freuen und sich als Gewinner fühlen – weil Dortmund die Rolle des schlechten Verlierers übernahm. BfA-Saisonprognose: Lautern 13.-16. Dortmund 2.-6.

Alle Daten zum vergangenen Spieltag bei Fussballdaten.de

Alle Daten zum kommenden Spieltag bei Fussballdaten.de

13

Feb 11

Drei Rückkehrer und ein Todespfeil

von Hannibal Hubner

Viele böse Niederlagen mussten wir gegen den VWL Wolfsburg in den letzten Jahren hinnehmen. Diese unerfreuliche Serie fand am Samstag ein trockenes Ende: HSV 1 – Wolfsburg 0. Kein Spiel zum, das man bei Facebook posten müsste, wenn es ein Foto wäre. Wenig Chancen, wenig Geschwindigkeit und ein Tor vom Elfmeterpunkt. Das leidenschaftlichste an dieser Begegnung waren die Augenbrauen von Pierre Littbarski.

Wären die Wölfe nur halb so beweglich, kompakt und sortier wie die mimischen Scharniere ihres Trainers Gesicht, wären die drei Punkte nicht so einfach zu bekommen gewesen. Doch das waren sie nicht. Sie waren scheiße. Ipso facto genügte den Rothosen eine durchschnittliche Leistung für den so wichtigen Sieg.

Mausetot die Wölfe - trotz oder gerade wegen der ganzen Autos auf der Welt.

Mausetot die Wölfe - trotz oder gerade wegen der ganzen Autos auf der Welt.

Ruud bleibt dem Vernehmen nach allerdings trotz der drei Punkte ein Thema bei Medien und Fans. Der Weltstar vergab eine 100-prozentige und lieferte sich dadurch dem Verdacht aus, nicht vollen Einsatz zu zeigen. Eine Gedanke, dem die Bierfreunde entschlossen entgegen treten wollen.

Alle, die auf Ruud wegen der Real-Geschichte rumhacken scheinen einer maßvollen Beurteilung der Lage unfähig zu sein. Bei Ruud van Nistelrooy handelt es sich nicht um einen kleinen Buben, den der HSV aus der dritten Welt gerettet hat um ihn dann im Internat aufzubauen. Auch hat der HSV Ruud van Nistelrooy nicht vor dem Ruin bewahrt, ihn bei einem Entzug unterstützt oder ihm sonst irgendwelche Dienste erwiesen. Ruud van Nistelrooy, verehrte Leserinnen und Leser, ist niemand geringeres, als der beste Stürmer des vergangenen Jahrzehnts.

Der Vertrag beim HSV war keine nette Geste und das Angebot einer Unterkunft. Er ist der ehrliche Ausdruck des Verlangens von Ruud, seine Karriere nicht auf der Bank zu beenden sondern auf dem Platz. Dass der HSV ausgerechnet der Verein ist, bei dem er seine letzten Tage zu verbringen plante ist eine Sensation. Ein Segen, der noch immer – über ein Jahr nach seiner Verpflichtung – jeden echten HSV-Fan die Gänsehaut aufs Kreuz treiben sollte.

Einem solchen Spieler, einem der besten Fußballer zu Lebzeiten der Bierfreunde Alstertal, ist grundsätzlich ein gewisses Maß an Respekt, ja an Ehrfurcht entgegen zu bringen. Überdies ist Ruud weder vorzuwerfen, dass er sich von Reals Angebot geschmeichelt fühlte, noch wie er sich benommen hat. Nach 13 Jahren im Rampenlicht der Weltöffentlichkeit, tiefgebräunt von der Sonne des Erfolges, hat sich so mancher für unfehlbar und unantastbar gehalten. Ruuds Verhalten hingegen war menschlich, ehrlich und Fans und Manschaft gegenüber absolut korrekt.

Ruud, wir freuen uns, dass Sie mindestens zum Saisonende bleiben und – das muss man auch mal dürfen – danken dem Vorstand, dass er sie nicht nur geholt, sondern auch gehalten hat. Soviel dazu.

Jansen, Joris und CB zurück auf dem Geläuf
Grund zur Freude bietet der zweite Blick auf die Partie. Da wäre zunächst der Treffer des Magiers, der bei aller Verletzung und der Konkurrenz im Sturm gerne vergessen wird. Nicht von uns. Außerdem kehrten einige verlorene Söhne in die Stammelf zurück, die den Grundstein pflastern werden für den Weg nach Europa. Dem Himmel sei dank kehrte Joris in die Innenverteidigung zurück. Kaum zu ertragen war – bei aller Liebe – der Anblick, als blutjunge Nachwüchsler und Quereinsteiger aus dem Mittelfeld seinen Posten in letzter Zeit übernahmen. Nur der Anblick dieser Vertretungen ließen den Zuschauer in Erwartung des Versagens im Scham versinken – wer schonmal einem jungen Pastor bei einer Predigt oder einem Erasmusstudenten beim Referat zusah kennt dieses Gefühl nur zu gut. Doch jetzt ist der Klassensprecher wieder da und sorgt in der Innenverteidigung für Ordnung.

Ebenso frohlockten die Bierfreunde über die Rückkehr von Marcel Jansen. Das Herz reißt es einem in Stücke wenn man überlegt, wie oft der Fluch der Verletzung diesen Marcel Jansen verhinderte. Zwar war seine Leistung in Wolfsburg nicht überragend. Die Qualitäten des Nationalspielers schimmerten allerdings wieder durch: Aufbauend auf einem traditionellen Verständnis deutschen Fußballs zeigt er bei jedem Auftritt totale Leistungsbereitschaft. Er rennt den Flügel hoch, kämpft den Ball bis zur Grundlinie durch und drischt ihn mit letzter Kraft in den Strafraum. Jansen ist fleißig, stark und durchaus erfolgreich.

Etwas schade ist, dass Jansen nicht wie gewohnt auf der hinteren Außenbahn, sondern direkt im Mittelfeld zum Einsatz kam. Der Grund dafür ist eine einfache Rechnung: Er ist dazu in der Lage, sich auf Strafraumhöhe in der eigenen Hälfte den Ball zu erkämpfen und ihn bis an die gegnerische Grundlinie durchzuboxen – warum sollte er dann erst bei der Mittellinie damit anfangen? Vor allem besetzte Jansen damit aber den Platz eines weiteren seltenen Gastes in der Stammelf dieser Saison: Eljero Elia.

Der Holländer ist ähnlich anfällig wie Jansen, davon abgesehen allerdings ein vollkommen anderer Spieler. Von null auf hundert in zwei Sekunden – und genauso schnell steht er wieder. Technisch ist Elia sicherlich einer der besten Spieler der Bundesliga und auch noch mit 22 Jahren ihr größtes Talent. In der niederländischen Nationalelf zeigte Elia sein Vermögen mal wieder der ganzen Welt. Und die wird nicht lange dabei zusehen, dass der Junge bei uns auf der Bank vergammelt. Also nichts wie auf den Platz mit Eljero Elia!

Last, but somehow first, Collin Benjamin. Seitdem es die Bierfreunde gibt hat es kein Spieler so lange beim HSV ausgehalten wie Collin. Um mal zu illustrieren, wie lang er schon für uns spielt: 2001, nachdem Pauli ihn abgelehnt hatte, unterschrieb er beim HSV – gleichzeitig kehrte Jörg Albertz nach Hamburg zurück, wofür der HSV in D-Mark bezahlte. CB fiel nie-nie-nie durch negatives Benehmen auf, hatte mit den übelsten Verletzungen zu kämpfen und schaffte es doch immer wieder zurück in die Mannschaft. Collin Benjamin ist ein Schatz.

Wolfsburg darf sich nach dem Einstand Littbarskis auf den Abstiegskampf freuen, der HSV blickt vor den Hasstagen gelassen nach oben. Siege werden beim HSV wieder zur Gewohnheit, Leistungsträger kehren ins Team zurück und die Zwergenaufstände der kleinen Vereine verhallen auf dem langen Flur der Rückrunde – Europa ist vorprogrammiert. Mit einem Spiel (und das wohlgemerkt gegen St. Pauli…) weniger und sechs Punkten Rückstand auf die Bayern schnuppert der HSV an den Eiern der Championsleague. BfA-Saisonprognose: Wolfsburg 11. – 14. HSV 1.-3.

9

Feb 11

Zur Lage der Nationalmannschaft

von Razia Sackschärfer

Die Bierfreunde wachen noch heute schweißgebadet auf, brechen in verzweifelte Heulkrämpfe aus und brüllen „WIESO?“ in die Nacht, wenn sie von den Bildern der zweifelsfrei schmerzhaftesten Niederlage ihrer Geschichte eingeholt werden. Den Bildern vom 4. Juli 2006 – als Deutschland im Halbfinale der Weltmeisterschaft ausschied. In Dortmund. Gegen Italien.

Tieferschüttert und hasserfüllt standen die Freunde, bei denen die Welt bis dahin zu Gast gewesen war, vor den Leinwänden der Republik und verfluchten ihr Schicksal. Italien war innerhalb von drei Minuten von diesem Slogan ausgeklammert. Zu allem Überfluss gewann Italien auch noch das Finale gegen das Land der künftigen Ehefrauen und Zinedine Zidanes und wurde schließlich einer der unverdientesten Weltmeister aller Zeiten.

Jahre der totalen Verachtung folgten, bis das frühe Ausscheiden der Squadra Azzurra bei der WM in Südafrika die verbrannte Erde der deutsch-italienischen Beziehungen bewässerte und vorisichtig das Moos der Absolution und Gräser der Freundschaft sprießen ließ. Viereinhalb Jahre nach dem fußballerischen 11. September treffen die Teams am Ground Zero im Dortmunder Westphalenstadion erneut aufeinander – doch diesmal stürmen wir das Cockpit.

Durch Tore von Khedira, zwei Mal Özil und Götze wird Deutschland als verdienter Sieger mit 4:0 vom Platz gehen, errechnete das BfA-Rechenzentrum. Die Italiener sind ja nur noch eine Knoblauchfahne ihrer selbst. Diese Gelegenheit muss der DFB mit eiskalter Härte beim Schopfe packen und das Trauma 06 mit fußballerischer Vendetta an de Rossi und Co. endlich überwinden.

Die Bierfreunde wissen, dass es sich bei dem Spiel, das der DFB auf seiner Website breitbrüstig als „Merh als ein Jahrhundertspiel“ bewirbt, nur um ein sogenanntes Friendly handelt. Trotzdem kann es der hasserfüllten Seele Balsam sein, und bei einem entsprechenden Ergebnis den Weg ebnen für eine neue Epoche italo-deutscher Völkerverständigung. Denn Italien gibt es durchaus zu Recht. Aus der schier endlosen Liste liebenswerter Eigenschaften Italiens lesen die Bierfreunde die Top3 heraus:

Preeeeeeego! Agua minerale!

1. Luca Toni. Ciò che la Bundesliga, negli ultimi anni sarebbe senza Luca Toni aveva. Gli italiani al Bayern ci ha portato molti amici e non ultimo il super-hit “Numero Uno

2. Panini-Bilder. Dem italienischen Panini-Verlag verdanken es die Bierfreunde, dass sie noch heute in schlafwandlerischer Sicherheit die Stammelf Nigerias bei der WM ’94 aufsagen können. Panini-Hefte sind das Fu und Fara des Fußballs – ein unverzichtbarer Bestandteil jeder WM-Vorbereitung.

3. Die Schauspieler. Oft spricht man über italienische Gastarbeier, die Europa nach dem Krieg wieder aufgebaut haben. Gut und schön. Doch viel wichtiger sind die DeNiros, Leones und Pacinos! Kaum auszumahlen, was für Gangsterfilme man sich hätte anschauen müssen, wenn schon im 20. Jahrhundert nur Iren dabei mitgewirkt hätten. Das Schauspiel der Italiener ist nicht nur auf dem Platz unverwechselbar.

Nach der klaren 4:0 Erniedrigung am heutigen Abend ist es wieder Zeit für Amicizia. Italien wird dem DFB in den kommenden Jahren – wie England und Frankreich – nicht gefährlich werden. Da kann man die alten Mordgelüste im Sinne der Völerständigung ruhigen Gewissens begraben. Denn jeder Mensch ist Italiener – fast überall auf der Welt.


9

Feb 11

DFL terminiert Nachholspiel gegen St. Pauli

Die DFL hat am Mittag den Termin für das Nachholspiel HSV – St. Pauli bekanntgegeben.

Die Partie wurde letzten Samstag überraschenderweise aus fadenscheinigen Gründen abgesagt.

Anpfiff ist am Mittwoch den 16.2. um 18:45 in der Hamburger Imtech-Arena.

7

Feb 11

Warum Beduinen Bier trinken sollten

von Hans Flesch

Volksweisheiten. Immer diese Sprüche, die jeder schon tausend mal gehört hat und dann doch für hochklug und zutreffend hält, wenn er nur die geringste Chance hat, sie anzubringen. Ich spreche nicht von Sprichworten wie „jeder ist seines eigenen Glückes Schmied“ oder „die Zeit heilt alle Wunden“.Auch wenn diese Sprichworte ebenso wenig tiefgründig sind, wie ihr Zutreffen universell.

Der Tatsache, dass die Zeit nicht alle Wunden heilt, verdanken wir immerhin die einigermaßen verbreitete Tabuisierung von Rassismus und Faschismus, während Sprüche vom Glückesschmied die Gesellschaft nur zu dem egoistischen, verblendeten Pack von Einzelgängern gemacht hat, das sie heute ist.

Nein ich spreche von sogenannten Weisheiten. Viele halten es im Hochsommer zum Beispiel für besonders wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Beduinen und andere Wüstenvölker ja heißen Tee trinken. Das sei nämlich besser für den Kreislauf und auch viel erfrischender.

Sollen sie doch ihren scheiß Tee trinken.

Ebensogut könnte man einem Kiffer sagen, dass Topsportler sich ja keine Drogen nehmen, weil es ja besser für die Fitness sei und dass man am besten lernt, wenn man immer zur Vorlesung geht und jeden Tag ein kleines bisschen der Pflichtliteratur liest. Eiteitei.

Es geht nicht immer darum, das angeblich beste zu tun. Es geht meistens darum, das zu tun, was einem auf Grund seines persönlichen Gustos grad am besten erscheint – oft genug ist man dazu eh nicht in der Lage. Es geht auch nicht darum, Tee zu diskreditieren. Auch ich habe die spirituelle Erfahrung des Teekochens und -trinkens gemacht.

Den einfachen, unmittelbaren, unverfremdeten Vorgang des Aufbrührens getrockneter Blätter mit dem anschließenden Verzehr der Brühe. Der Genuss von Tee löst ähnlich wie der von Wein ein wohliges Gefühl  aus. Die Menschen trinken seit Jahrtausenden Wein und Tee, das kann nicht schlecht sein, das darf ich – das MUSS ich vielleicht sogar.

Teetrinken ist soziohistorisch legitim. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich bei 30 Grad im Fußballstadion stehend erstmal die Thermokanne grünen Tee (oder Chai) auspacken muss, nur weil irgendwelche Beduinen das für sinnvoll halten.

Diese Beduinen hielten es ja auch für sinnvoll, Jahrhunderte lang durch die Sahara zu reiten – ist das auch erfrischend und gut für den Kreislauf? Einen anderen Grund weiß ich nicht, eines aber schon: Sollte ich irgendwann auf einem Kamel die Wüste durchkreuzen, zöge ich im Zweifel das kühle Bier dem heißen Tee ohne zu zögern vor. Vielleicht erzählt man sich unter Beduinen dann ja eines Tages, dass die Europäer bei großer Hitze ja eiskaltes Bier trinken – weil‘s geiler ist.

6

Feb 11

25 Jahre Rechts-Außen – Ein Roast

Wir haben uns hier heute nicht nur zusammengefunden, um einen guten Freund, unvergleichlich treuen  Lebensabschnittspartner, reizenden Sohn und – wer weiß, vielleicht auch – glücklichen Vater die Ehre zu erweisen. Wir feiern auch einen ganz besonderen Menschen.
Bei runden Geburtstagen wird Männern in Führungspositionen eine Rede gehalten. Deine Stellung als Seniorpräsident der Bierfreunde Alstertal OFC berechtigt dich folglich, an einem runden Geburtstag eine solche Rede zu erwarten. Eine solche Rede, die man einmal anlegt und dann alle fünf Jahre in einem informellen Inflationsausgleich anfüllt, zur Hochzeit einpaar Zeilen über Sarah reinwebt und zur Beerdigung schließlich alle „bist“s in „warst“s und alle „wirst bestimmt mal“s in „wolltest immer“s umschreibt.

Doch das Recht auf eine Rede, das passive Toast-Recht, setzt ein gewisses Maß an Lebenserfahrung voraus. Ein gewisses Maß, was Sie, Herr List, unbestreitbar erfüllen. 25 Jahre sind kein beachtliches, sondern ein beeindruckendes, ein gewaltiges, ein galaktisches Alter. Ein viertel Jahrhundert, eine silberne Ehe, zweieinhalb dekaden.  Früher hätte man an dieser Stelle in gespielter Empörung rekapitiliert „da war Cindy Lauper grad auf Platz 1 der Charts“ heute stellt man ungläubig fest „da kostete die Apple Aktie vier D-Mark“ Du bist so lebenserfahren, so steinalt, dass du sogar schon geboren warst, als der HSV den letzten Verbandstitel gewann (DFB Pokal ’87, für alle Pauli-Schweine). Doch in Hamburg warst du damals noch nicht.

Gezeugt wurdest du 1986 in der rohstoffreichen iranischen Grenzprovinz Chuzestan. Irakische Soldaten stürmten das Haus deiner leiblichen Eltern und metzelten deine Family gnadenlos nieder. Als die Soldaten sich an den sterblichen Überresten deiner Mutter vergingen, der man nicht ansah, dass sie im neunten Monat schwanger war da man sie schlicht für fett hielt, stießen sie im wahrsten Sinne des Wortes auf dich – und leiteten mit der brutalen Vergewaltigung deiner toten Mutti deine Geburt ein.

Eine junge deutsche Diplomatin, die in der Grenzregion bundesdeutsche Rüstungsgüter an beide kriegsparteien verkaufte, fand dich und nahm sich deiner an. Sie hatte noch geschäftlich zutun, daher schickte sie dich per Feldpost an die deutsche Botschaft in Teheran, wo man hastig eine Geburtsurkunde für dich ausstellte.

Die Monate verstrichen, der Krieg endete, wodurch die Region an wirtschaftlichem Reiz für  die deutsche Industrie verlor und deine neue Mutter kehrte mit dir und ihrem Ehemann, deinem neuen „Dad“ dessen Sekretärin sie einmal gewesen war, nach Deutschland zurück. Deine Kindheit in Hamburg war hart, du wuchst in einem sozialen Brennpunkt auf und lerntest früh was es heißt, arm und bescheiden zu leben. Deine Schulzeit verlief einigermaßen unspektakulär und war gezeichnet von deinem bereits damals aufkeimenden Hang zum Tapetenwechsel und den fortgesetzten Bemühungen, deinen Mitschülerinnen ihr Rederecht im Unterricht abzustreiten um sie außerschulisch per sexueller Zuwendung zu entschädigen.
Nach Abschluss deiner Schullaufbahn stiegst du neben deinem Studium in das familiäre Reisegeschäft ein. Deiner Familie war inzwischen mit Burma das nächste lokrative Kriesengebiet ins Auge gefallen. Allerdings entschied man sich hier für den Tourismus, da gegen die asiatischen Waffenpreise einfach nicht anzustinken war.
Aus rauchenden Minenfeldern blühende Landschaften, so das ehrenwerte Credo des Familienbetriebs. Ein Schelm, wer jetzt Paralelen zwischen der litsschen Erschließung Burmas und den jüngsten Besuchen Tuschis in Arabien aus dem Kaffeesatz lesen würde… Trotzdem sei der Hinweis erlaubt, dass es sich für Ägypten wohl erneut lohnen würde, das Geschäftsfeld zu wechseln. Tourismus in Ägypten ist schon fast wieder out.
Mittlerweile suchst du im Ausland und in der Praxis deine Erfahrung, die dich auf die – wo auch immer es dann investiert sei – Übernahme des Familienunternehmens vorbereiten soll. Viel Glück dabei – du machst das.
Viel wichtiger war im zweiten Achteljahrhundert deines Lebens allerdings die Mitgründerschaft des renomierten Sportfachkreises Bierfreunde Alstertal OFC. Mit deinem bescheidenen, geschmackvoll aufgerüsteten Erstwagen warst du jahrelang Bote des Bierfreundlichen Gedankens – ohne sich dabei nüchterner zu benehmen, bzw. nüchternen zu sein, als das restliche Präsidium. Deine klare politische und gesellschaftliche Kontur – die in jüngsten Hippiebeiträgen deiner bei Facebook wie der Rest deines 25 Jahre alten Körpers dahinzurotten scheint, gab dem Präsidium Stabilität und Identität. So Gott will, und du nicht beim Scooter Konzert zertrampelt wirst oder auf iranischem Boden notlandest – ist das hier, lieber Sascha, erst der Pfiff zur zweiten Halbzeit deines Lebens. Wir hoffen, dass du in der zweiten Hälfte nicht einbrichst und auch weiterhin das Wesen der Bierfreunde um den Schatz deines frauenfeindlichen Fehlbenehmens bereicherst. Gib alles.