Den Brasilianer schätzt man sehr
vor allem auch als Fußballer.
Nur wenn es ums Verreisen geht
kommt heim er öfters mal zu spät.
Zum Ärger manch eines Vereins:
Disziplin ist nicht so seins.
Auch unser Zé nahm‘s nicht genau
mit Pünktlichkeit beim HSV.
Wir hielten’s erst für unwahrscheinlich,
doch Robbi war das richtig peinlich.
Mit sein‘ kaputten Füßen nun
wollte er reuig Büße tun.
Ein Bierfreund, wofür wir ihn lieben,
hat dabei fleißig mitgeschrieben.
Hier also das Telefonat,
um das der Zé den Bruno bat:

Ze am Telefon

„Moin, hier ist der Roberto, Zé
Sprech’ ich mit dem Trainer?“ „Ne.
Hier is‘ der Frank, wie isset, Bert?“
„Och, eigentlich gar nicht verkehrt.
Kannst du mir mal den Bruno geben?
Ich wollt ihm was erzählen eben.“
„Ich guck ma‘, ach da isser schon
Trainer, komm mal, Telefon!“
„Labadia, Guten Tag?
Wer ist es, der mich sprechen mag?“
„Trainer! Gut, dich zu erwischen!
Ich steck hier am Brasili-anischen
Aeropuerto fest im Schnee
Ach übrigens, hier is‘ der Zé.“
„Ach, Berti, das‘ ja int‘ressant,
jetzt bin ich aber mal gespannt!
Einfach das Lager hier verpennen!
Kein Bock auf Pumpen, Drücken, Rennen?
Lieber faul sein und Schwänzen
und bräsig in Brasilien lenzen?“
„Ich sag’ doch, ich komm‘ hier nicht fort!
Ihm fehlt‘s an Streusalz, diesem Ort.
Die Tickets hab ich auch vergessen,
ich glaub die hat mein Hund gefressen.“
„Erzähl das deiner Großmama!“
„Das geht nicht, sie ist nicht mehr da.
Grad gestern erst ist sie verstorben,
ihr Caipirinha war verdorben.
Und zu allem Überfluss
macht meine Frau wohl mit mir Schluss.“
„Mensch Robbi, du, das tut mir leid,
doch trotzdem wird‘s jetzt wirklich Zeit!
Wir sind auf Trainingslagerei,
wie abgemacht, in der Türkei!
Wir woll‘n die Andren doch und Bremen
bald wieder auseinandernehmen.“
„Ich weiß schon Trainer, dumm gelaufen,
ich werd dir ‘nen Strauß Blumen kaufen.“
„Den steck‘ dir in die Stoppelhaare
Ein Blumensträußchen, Gott bewahre!
Überhaupt, was fällt dir ein!
Das kann jawohl dein Ernst nicht sein!
Mit der Mannschaft werd ich  sprechen
die wird sich schelmisch an dir rächen.“
„Freundchen, das wird richtig fiese
wir stylen dich um, wie Tim Wiese
Und schicken dich sodann, haha,
zum Frühlingsfest der BfA!
Dann siehste richtig kacke aus
so schnell kommst du da nicht mehr raus!“
Jaro war‘s, der da grad störte,
heimlich das Gespräch mithörte.

„Mist, gerade diese Fotze,
bei dessen Anblick ich schon kotze?
Nehmt doch wenigstens den Neuer!“
„Ne ne, mein Bester, das wird teuer!“
„Trainer, sag‘ doch auch mal was!“
„Dave, du hattest deinen Spaß.
Nun kusch dich, Jaro, hopp, zieh‘ Leine
und mach dem fetten Joris Beine!
Also, Zé, zurück zu dir:
Was hast du noch zu sagen mir?“
„Untröstlich bin ich, Trainer, echt!
Ich fühle mich so richtig schlecht.
Schon morgen sage ich salút
zu Rio und dem Zuckerhut
Und für‘s Comeback alsbald malochen
ohn‘ Ablass, das sei dir versprochen!
Ich werde mich zur Reha zwingen
und bald schon wieder Leistung bringen!
Vielleicht bin ich in Dortmund fit,
und gegen Wolfsburg spiel’ ich mit!“
„Zé, versprich es mir und melde
dich aus Hamburg dann in Bälde!“
„Verstanden, Coach, gib mir ne Woche,
und grüß Eljero, Piet und Troche
und Mladen kannste auch zuwinken
die Jungs soll‘n für mich mit ein trinken.“
„Jaja, sieh lieber zu du Schwein!“
„Mach ich Coach, bis dann, hau rein!“

Jaja, der Zauberer und seine Phrasen…
Egal, was zählt spielt auf dem Rasen.
Und trotz aller  Falschmünzerei,
falls ‘s wirklich stimmt, oh Zé, verzeih‘:
Den Tod seiner Oma zu leugnen wär‘ fies,
Also: Terra ad terram, mach’s gut, rest in peace!
(pos)